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Partnerschaftshilfe Peru der katholischen Pfarrei Vaterstetten e.V.

Aus der Vergangenheit des Vereins

Vorgeschichte des Vereins

Es gab im Jahre 1970 ein großes Erdbeben in den peruanischen Anden. Der Ort Chiquian, ein kleines Bergdorf hoch in den Anden auf ca. 3000 Meter Meereshöhe gelegen, war besonders stark von dem Erdbeben betroffen. Es herrschte Chaos und eine große Not in diesem Ort. Zu dieser Zeit war Dr. Paul Fink, ein gebürtiger Südtiroler, als Pfarrer für Chiquian zuständig. Er fühlte sich auch wirtschaftlich verantwortlich für die notleidenden Menschen in diesem kleinen Bergdorf. Während eines Heimatbesuchs lernte er die Familie Sachs aus Vaterstetten kennen. Aus dieser Bekanntschaft wurde die Idee eines Wollwarenverkaufs in Deutschland mit gefertigten Wollwaren aus Chiquian geboren. Dies sollte ein Beitrag der Hilfe zur Selbsthilfe in Chiquian sein. Es wurden in Peru Schafe und Alpacas angeschafft und der Verein "Club de Madres", der die Wollverarbeitung organisierte, gegründet. Ausgemusterte, aber funktionsfähige Maschinen zur Wollverarbeitung kamen aus Deutschland. In Vaterstetten übernahm die Familie Sachs die Organisation des Wollverkaufs. Somit konnte über 30 Jahre den Menschen in Chiquian tatkräftig geholfen werden.

Wollwaren aus Chiquian, Verkauf in Vaterstetten und anderen Gemeinden

Vom Jahre 1972 bis zum Jahre 2012 fanden jährlich im Herbst die Wollwarenverkäufe in den Räumen der Pfarrgemeinde Vaterstetten statt. Es wurden zunächst hauptsächlich Wolldecken aus Schafwolle und reiner Alpaca-Wolle angeboten, bekannt für hohe Qualität in Haltbarkeit und als Schutz gegen Kälte. In den Folgejahren kamen vermehrt Strickwaren wie Mützen, Pullover, Handschuhe und Umhängeschals mit typisch südamerikanischen Mustern hinzu. Außer dem jährlichen Verkauf in den Räumen der Pfarrgemeinde Vaterstetten wurden die Wollwaren aus Chiquian auch in anderen Orten Bayerns und Südtirols wie der Pfarrgemeinde Thomas Morus in München, Dritte-Welt-Läden in Laufen und Bozen und auf Christkindl-Märkten mit großem Erfolg angeboten. Die Idee "Hilfe zur Selbsthilfe" wurde so umgesetzt.
Der letzte Wollwarenverkauf fand im Jahre 2012 statt.
Organisatoren und technische Berater der Wollmärkte und Waren waren von 1972 bis 1999 die Familie Sachs und von 1999 bis 2012 Herr Johannes Biehler aus Vaterstetten.

Pater Dr. Paul Fink und seine Projekte in Südamerika

Pater Dr. Paul Fink (auch Padre Fink und Padre Pablo genannt) stammte von einem kleinen Bauernhof in Latzfons südlich von Brixen in den Bergen westlich des Eisacktals in Südtirol. Er studierte zunächst in Südtirol und dann in Rom an der Universität Gregoriana. Am 5. Juli 1964 wurde er zum Priester geweiht. Nach weiteren Jahren des Studiums promovierte er 1967. Seit frühester Jugend wollte Padre Fink schon Missionar auf anderen Kontinenten werden. Das Interesse an Südamerika wurde in Rom geweckt und zwar durch sein Studium am Lateinamerikanischen Kolleg. Ein Jahr nach seiner Promotion kam er schließlich nach Huaraz in Peru und arbeitete dort 2 Jahre als Religionslehrer. Anfang 1970 setzte der Bischof Padre Fink als Pfarrer von Chiquian, einem kleinen Bergdorf in der Nähe von Huaraz, ein. Die Pfarrei befand sich damals in einem erbärmlichen Zustand. Die Kirche war baufällig, und den Rest besorgte das schreckliche Erdbeben, das am 30. Mai 1970 weite Teile Perus erschütterte und auch in Chiquian schwere Schäden anrichtete. Padre Fink lebte dort von 1970 bis 1983.
Von 1984 bis 1991 wirkte Padre Fink dann als Seelsorger in Moro wie schon vorher in Chiquian. Dank seiner Initiative gibt es heute dort das Schülerheim für Kinder aus den abgelegenen Bergdörfern, siehe weitere Informationen unter dem Link Moro Peru. Auch Padre Fink wurde durch die Terrorgruppe "Der leuchtende Pfad" bedroht und flüchtete unter Lebensgefahr von Peru nach Ecuador. Dort gründete er 1992 schließlich das Straßenkinderheim "CASA HOGAR de JESUS DIOCESIS" in Santo Domingo, siehe weitere Informationen unter dem Link Santo Domingo Ecuador. Zusätzlich zu seiner Funktion als Heimleiter wurde Padre Fink von seinem Bischof eine Pfarrgemeinde von 30.000 Seelen übertragen. Außerdem wurde er zum Koordinator der kirchlich-caritativen Einrichtungen in Santo Domingo bestimmt. Auch hier handelte er, wie wir es von ihm seit vielen Jahren kannten: Er half, wo er konnte!
Im September 2008 setzte eine heimtückische Krankheit seinem unermüdlichen Schaffen ein Ende. Er starb schließlich am 23. September 2008 in seiner Heimatstadt Brixen in Südtirol.

Gründung des Vereins

Seit dem Kontakt der Familie Sachs mit Pater Fink gab es vermehrt auch weitere Kontakte zwischen vielen Menschen aus Vaterstetten und den Nachbargemeinden zu den Menschen in den Partnergemeinden Chiquian und später auch Moro in Südamerika. Besonders aber aufgrund der immer umfangreicheren Wollwarenverkäufe in Deutschland war die Erweiterung von Verantwortlichkeiten und durchzuführender Aufgaben im Rahmen der Verkäufe notwendig geworden. Diesen genannten Gründen folgend fand dann am 22.10.1993 die Gründungsversammlung des hier vorgestellten Vereins statt. Nachfolgend die Eintragung in das amtliche Vereinsregister.